Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden mit den ökologischen, geologischen, klimatologischen und historischen Besonderheiten der Galapagos-Inseln vertraut zu machen und einen Einblick in die dortigen Naturschutzmanagementstrategien zu ermöglichen. Dies soll sowohl über Exkursionen als auch über ein neuntägiges Praktikum erfolgen.
Die Galapagos-Inseln sind aufgrund ihrer besonderen Lage, der ökologischen und geologischen Situation von weltweiter Bedeutung. Jedoch sind die biologischen und faunistischen Besonderheiten der Galapagos-Inseln sowohl durch natürliche Störungen (z. B. Vulkanausbrüche, El Niño) als auch durch anthropogene Einflüsse gefährdet. Insbesondere der zunehmende Tourismus der letzten Jahrzehnte bringt ökologische und infrastrukturelle Probleme mit sich und erfordert daher besondere Managementstrategien im Naturschutz.
Weniger beachtet wurden bisher die Aspekte der Bodenzerstörung auf dem Galapagos-Archipel. Die anthropogenen Nutzungen unter dem wechselfeuchten und tropischen Klima führten bereits in der Vergangenheit zu einer intensiven Bodendegradation. Insbesondere Starkniederschläge, wie sie z. B. während eines El Niño auftreten, können auf anthropogen genutzten Standorten die gering mächtigen und leicht erodierbaren Böden sehr leicht abspülen. Diese Bodenerosionsereignisse können so in sehr kurzer Zeit zu irreversiblen Schäden führen.
Im Rahmen der Veranstaltung stellt sich für uns die Frage, inwieweit die anthropogene Landnutzung in der Vergangenheit Eingriffe in den Naturhaushalt der Inseln vorgenommen hat. Sind sie lediglich ein Merkmal unserer Zeit sind oder wurden bereits in früheren Jahrhunderten so gravierende Landschaftsveränderungen durch den Menschen hervorgerufen, dass sie zu einer nachhaltigen Schädigung des Ökosystems führten? Diese Fragen sollen während des Aufenthalts auf den Galapagos-Inseln durch Exkursionen und einem 9-tägigen Praktikum nachgegangen werden. Die Erkenntnisse, die aus dieser Reise gewonnen werden, erlauben den Studierenden ein besseres Verständnis der Mensch-Umwelt-Beziehungen sowie einen guten Einblick in die historischen und aktuellen Veränderungen von Landschaften und deren möglichen zukünftigen Entwicklungen.
Nach Ankunft auf der zweitgrößten Insel Santa Cruz ist ein dreitägiger Aufenthalt im Nationalpark geplant. An diesen Tagen planen wir einen Besuch im Museum der Nationalparkverwaltung. Von dort starten wir eine zweitägige von der Nationalparkverwaltung geführte Tour. Am dritten Tag ist ein Besuch der Charles Darwin Station geplant.
Während der Exkursionen muss von den Studierenden ein Arbeitsbuch geführt werden.
Während des Aufenthalts auf der Insel Floreana möchten wir die verschiedenen Aspekte der dortigen langfristigen Mensch-Umwelt Beziehen untersuchen. Nach einer Vorexkursion starten wir mit praktischen Arbeiten, die sich vor allem auf folgende Schwerpunkte konzentrieren wird:
Die Feldarbeiten auf Floreana werden in enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung und der Charles Darwin Research Station der Galapagos-Inseln durchgeführt. In die Feldarbeiten sollen einige ecuadorianische Studierende eingebunden werden, die über die Nationalparkverwaltung vermittelt werden.
Kurz vor Rückflug zum Festland ist noch ein Treffen mit der Nationalparkverwaltung und Mitarbeitern der Charles-Darwin-Station zur Präsentation der Praktikums-Ergebnisse geplant. Zur Nachbereitung der Reise ist die Erstellung einer wissenschaftlichen Veröffentlichung in einer international renommierten Zeitschrift geplant, die in Zusammenarbeit mit den Studierenden entstehen soll.
| Datum | Aktivitäten |
|---|---|
15.03 bis 16.03. |
Flug Frankfurt – Amsterdam - Guayaquil |
16.03. |
Ankunft in Guayaquil, Stadtbesichtigung und Weiterflug nach Baltra (Galapagos-Inseln) |
16.03 bis 19.03 |
Übernachtung auf Santa Cruz Besuch der Nationalparkverwaltung und der Charles Darwin Research Station Exkursionen im Nationalpark |
20.03 |
Fahrt mit dem Schiff auf die Insel Floreana |
21.03 bis 29.03 |
Praktikum zur Landschaftsentwicklung auf Floreana |
30.03 |
Rückfahrt mit dem Schiff nach Baltra und Rückflug nach Quito |
30.03 bis 01.04 |
Übernachtung in Quito und Stadtbesichtigung, evtl. Weitereise zum Gran Sumaco Nationalpark. |
01.04 bis 02.04 |
Flug Quito – Amsterdam – Frankfurt |
Ca. 2 Wochen vor Antritt der Reise wird ein gemeinsames Vorbereitungsseminar mit den Teilnehmern aus Potsdam und Landau an der Universität Potsdam durchgeführt. Hierbei sollen Präsentationen zu folgenden Themen abgehalten werden:
siehe Semesterapperat